Crans Montana

Nur vier Blauen Biker trotzen den Wetterprognosen und treffen sich um sieben Uhr in der Früh zur Abfahrt ins Wallis. Die gesamte Fahrt bis Kandersteg begleitet uns der Regen, teilweise in einer beunruhigenden Stärke. Doch wir sind zuversichtlich, dass uns die Heimat von Chrigu auch dieses Mal nicht im Stich lässt. Als der Zug in Goppenstein aus dem Tunnel fährt wird unsere positive Einstellung belohnt und das Wallis begrüsst uns mit trockenen Wetter und leicht bewölktem Himmel. In Sierre stellen wir Auto und Anhänger ab und machen uns, sowie die Bikes für den Freeride-Tag bereit. So besteigen wir die Standseilbahn nach Crans Montana und lassen ohne Mühe den Talboden hinter uns. In Crans Montana gibt es zuerst einen Kaffee und feine Süssigkeiten aus einer Bäckerei. Dann aber gilt es ernst und wir fahren zur Gondelbahn, wo wir die Tageskarten für uns und die Bikes lösen. Bevor es jedoch los gehen kann, muss zuerst noch ein schleichenter Platten geflickt werden. Kurz darauf sind wir auf dem Cry d’Er auf 2’260 Meter über Meer (und alles ohne einen tropfen Schweiss ;o)). Zur Verfügung stehen drei Abfahrtsrouten: blau, rot und schwarz, so wie wir es von den Skipisten her kennen. Wir entschliessen uns für den Start für die blauen Piste, welche nicht wirklich anspruchsvoll ist und fast ausschliesslich auf Forst- und Alpstrassen zur Talstation führt. Komischerweise hat Irene von Anfang an Mühe uns zu folgen und beim ersten Halt wird auch klar wieso: Ihre Hinterbremse funktioniert nicht mehr. Shimano lässt grüssen und erst noch XTR!?! Zum Glück hat es bei der Talstation einen Bikeshop und diese nehmen sich dem Problem an. Während Irene auf die Reparatur wartet, fahren Cédi, Chrigu und Remo erneut hoch, um die rote Strecke zu testen. Diese macht einiges mehr Spass und führt zu gut 90 % Singletrails ins Tal. Die Strecke bietet alles was ein Bikerherz höher schlagen lässt und wir lassen es nach ein paar Metern so richtig fliegen. Teilweise ein bisschen zu viel, denn Chrigu stürzt in einer Kurvenkombination und schlägt mit dem Kopf auf dem Trail auf. Einmal mehr wird uns bewusst, wie wichtig der Helm ist: Das Teil ist gebrochen! Ausser ein bisschen Kopfschmerzen und einer leichten Schürfung an der Stirn ist der Sturz zum Glück glimpflich abgelaufen. Ein wenig ruhiger gehen wir den zweiten Teil der roten Piste an und erreichen rechtzeitig mit dem Ende der Reparatur von Irenes Bike die Talstadion. Zum zweiten Mal an diesem Tag leistet uns der Bikeshop gute Dienste – Chrigu kauft sich einen Integralhelm. Jetzt geht es wieder zu viert nach oben und nach einem kurzen Blick ins Tal sind wir bereits wieder auf den Stollen unterwegs zur Talstadion. Auf dem Trail arbeiten wir uns langsam an die optimale Sprungtechnik über die zahlreichen Drops. Langsam aber sicher kommt das Gefühl und wir geniessen die X-Fahrten hinunter. Auch der Kona-Bikepark im untersten Teil der Strecke probieren wir aus und können einige Techniken aus dem Hallentraining anwenden. Gegen vier Uhr machen wir uns dann auf den Weg zurück nach Sierre. Ein genialer Singletrail, den wir von einer Wochentour im 2001 kennen, zeigt uns nochmals auf schönste Art und Weise was das Wallis so alles zu bieten hat! In Sierre genehmigen wir uns ein verspätetes Mittagessen (vor lauter Freeriden haben wir das Essen ganz vergessen) und kurz nach sechs Uhr fahren wir samt Anhänger wieder Richtung Heimat. Trotz geringer Beteiligung ein voller Erfolg und wir freuen uns bereits auf die nächste Freeride-Tour, vielleicht das nächste Mal auch mit dir!

Hier noch einige Fotos des Tages: