Herbstweekend

 

Freitag, 14. September 2012

Nach der Anreise am Vorabend und einer erholsamen Nacht im Hotel Alexander in Davos warten vier Blauen Biker auf den fünften, welcher seine Bikeschuhe zu Hause vergessen hat, um danach zur ersten Tagestour zu starten. Schon bald kommt der fünfte Blauen Biker mit seinen neuen Bikeschuhen angefahren und so ausgerüstet geht es zur Parsennbahn, welche uns ohne Anstrengung auf 2693 Meter über Meer zum Weissfluhjoch bringt. Hier oben sind die Spuren der tiefen Temperaturen der letzten drei Tage gut sichtbar: Schnee und Temperaturen kurz über dem Gefrierpunkt! Ein komisches Gefühl, aber schlussendlich gibt es nur schlechte Bekleidung und keine schlechten Bedingungen zum Biken. Getreu diesem Motto starten wir nach einer kurzen Panoramapause zur ersten Abfahrt auf der Skipiste (im warsten Sinne des Wortes) zum Strelapass. Was für ein Vergnügen, das Geräusch erinnert zwar mehr ans Skifahren oder Boarden, doch das Gefühl bleibt das Gleiche: Einfach Geil. Beim Strelapass fahren wir weiter am Strelasee vorbei zur Latschüelfurgga. Hier beraten wir uns kurz über die Weiterfahrt, denn der Weg zur Chörbschhornhütte ist ziemlich eingeschneit. Deshalb entscheiden wir uns zur Abfahrt via Schönboden, Podestatenalp zur Schatzalp. Unterwegs halten wir noch für den Mittagsrast inne, damit wir unsere feinen Mittagslunchs vom Hotel geniessen können. Bei diesem Panoramablick rückt jedoch der Geschmack des Mitgebrachten in den Hintergrund, obwohl wir die Arbeit der Küchencrew in keinster Art schmälern wollen. Die wärmenden Sonnenstrahlen tragen auch noch das ihre zum Wohlbefinden bei und kurz darauf sind wir auf dem Trail zur Schatzalp. Der frühe Schnee hat auch seine positiven Seiten: Nur sehr selten treffen wir auf Fussgänger und so können wir die Singletrails voll geniessen. Nach kurzer Zeit stehen wir zum zweiten Mal bei der Parsennbahn an und fahren erneut hoch zur Bergstation. Der Schnee hat bereits der Sonne Tribut gezahlt und einiges vom Schrecken des Morgens verloren. Dieses Mal fahren wir auf die andere Seite via Parsennhütte zum Gotschnagrat. Von hier aus ist der Blick ins Prättigau frei und einigen kommt das Panorama bekannt vor – das Swiss Bike Masters lässt grüssen. Jetzt wartet die letzte Abfahrt des Tages auf uns, aber nicht die einfachste. Der obere Teil des Trails zur Schwarzseealp hat es in sich und unsere Biketechnik wird teilweise stark gefordert. Je weiter wir hinunter kommen, desto flowiger wird das Terrain und wir geniessen auch die steigenden Temperaturen. In Wolfgang angekommen führt der Weg weiter zum Davoser See, wo wir gerne einkehren und die Tour mit einem „Prost mein Engel“ abschliessen. Was für ein Tag! Zum Schluss darf die obligate Einkehr ins Kaffee Klatsch mit seinen feinen Leckereien nicht fehlen. Obwohl drei der fünf Biker das Wellness Angebot des Hotels vorziehen. Zum Schluss treffen sich alle im Wellnessbereich und freuen sich auf das Abendessen. Bei diesem stossen auch Cédi und Chrigu zu uns und so sind wir nun komplett. In der Ex-Bar und Hotelbar schliessen wir den Tag mit allerlei alkoholischen Getränken und Nageln ab.

Samstag, 15. September 2012

Auch heute warten wir vor Beginn der Tour auf einen Blauen Biker. Nein nicht der Gleiche wie am Vortag. Heute hat es unseren Bikeguide erwischt, sein Hinterrad hat ein bisschen viel Spiel und deshalb suchen wir einen Bikeladen zur Reparatur auf. Hier gibt es auch für die anderen so einiges zu sehen und so manche Gelüste werden geweckt. Kurz darauf führt uns der Weg zur Talstadion der Rhinerhorn-Bahn in Glaris. Es wäre nicht Chrigu, wenn wir im Talboden dorthin fahren würden: Er hat einen schönen Singletrail für uns bereit und so kommen wir bereits das erste Mal an diesem Tag in den Genuss des Trailsurfens. Für die ersten 600 Höhenmeter Aufstieg nehmen wir wieder fremde Kraft in Anspruch. Das Angebot von Davos und den Bikehotels ist schon eine lobenswerte Sache: Alle Bahnen Davos/Klosters samt Biketransport ab einer Nacht gratis. Vielen Dank an dieser Stelle! Von jetzt an steigt es auf einer Alpstrasse angenehm bis zum Singletraileinstieg beim Äbirügg, wo ein toller Rast- und Grillplatz (inklusive Toi-Toi) eingerichtet ist. Ab jetzt folgt ein sehr schöner und abwechslungsreicher Singletrail ins Sertigtal. Von dort aus geht es kurz auf der Hauptstrasse bis zum Sertig Dörfli, wo bereits der nächste Singletrail auf uns wartet. Und auch dieser lässt keine Wünsche offen, sogar eine Hängebrücke wird geboten. Unterwegs lassen wir uns für die Mittagsrast auf einer Wiese nieder. Danach geht es weiter via Boden, Clavadel, Davos bis nach Wolfgang. Hier wartet die Abfahrt nach Klosters auf uns und auch diese hat so einiges an Singletrailvergnügen zu bieten. In Klosters angekommen besteigen wir die Gondel zum Gotschnagrat. Von hier aus fahren wir zur Parsennhütte und nehmen dort den Panoramaweg, welcher seinem Namen alle Ehre macht. Oberhalb von Wolfgang biegen wir links auf den Singletrail nach Davos ab. Hier wird zum Schluss nochmals die Biketechnik geprüft und kurz darauf fahren wir zum zweiten Mal dem Strandbad am Davoser See entgegen. Erneut heisst es: Prost mein Engel! Und richtig, auch das Kaffee Klatsch sowie das Wellness Programm darf natürlich nicht fehlen. So beginnt der Abend optimal. Beim Abendessen, oder vielmehr der Lokalität sieht es dann schon ein wenig anders aus. Nach einer Busfahrt von der Schatzalp Haltestelle bis zur Parsennbahn steigen wir voller Erwartung auf das Kommende aus. Doch das erste Restaurant eröffnet erst wieder im Dezember, das zweite ist vollends besetzt, das dritte wirbt mit geschlossener Gesellschaft und bei den anderen fehlt teilweise der Reiz oder die Motivation der Teilnehmer. Zum Schluss gehen wir in die Bündner Stube, Luftlinie von unserem Hotel 20 Meter sehr gedigen und fein Essen. Als Abschluss nochmals die Hotelbar und bereits träumen wir wieder von den Trails rund um Davos.

Sonntag, 16. September 2012

Heute ist bereits Morgenessen um acht Uhr angesagt, denn wir wollen um neun Uhr zur dritten und letzten Tour starten. Doch auch heute warten wir, wenn auch nicht so lange, auf einen Blauen Biker. Seine Bremsbeläge müssen gewechselt werden. Und danach bremsen diese immer noch ein bisschen und so wird für ihn die Fahrt zur Parsennbahn ziemlich anstrengend. Auch heute hilft uns die Bahn mit den ersten Höhenmetern. Die Sonnenstrahlen, wärmere Temperaturen, geschmolzener Schnee und der Sonntag bringen so einiges an Wandern und Bikern nach Davos und ihn der Bahn wird es gegenübern den Vortagen nach und nach immer enger. Die Kritik einzelner Wanderer lässt deshalb nicht lange auch sich warten: Sch… Biker, die können doch aus eigener Kraft hochfahren. Warmduscher und weitere solche Ausdrücke machen die Runde. Der Präsi kann sich einen Seitenhieb nicht verkneifen und erhält unerwarteter Weise Hilfe von der Zugführerin. Sie schildert ihre Erfahrungen und informiert, dass sie grundsätzlich kaum Probleme zwischen Wandern und Bikern kennt. Und wenn, kommen diese nur von der Seite der Wanderer! Anscheinend hat man in Davos die Zeichen der Zeit erkannt: Kompliment! Dies lässt hoffen. Auf dem Weissfluhjoch angekommen starten wir zur Abfahrt zum Strelapass, doch heute gänzlich ohne Schnee. Denn heute wollen wir die vom ersten Tag verpasste Chörbschhornhütte in Angriff nehmen. Bis zur Latschüelfurgga ist der Schnee so gut wie weg, aber der Trail hoch zur Chörbschhornhütte lässt uns nochmals kurz den Winter spüren. Nichts desto trotz erreichen wir die Hütte bei super Wetter und angenehmen Temperaturen und geniessen dort den Blick auf die umliegenden Berge. Jetzt geht es nochmals so richtig ans Fliegen, der Trail hinunter zur Stafelalp bietet alles was ein Bikerherz sich wünscht. Und zum Schluss eine Einkehr in Berghaus Stafelalp: Was für ein Leben. Einigen läuft beim lesen der Karte das Wasser im Mund zusammen und die anderen freuen sich auf das kühle Blonde aus den Händen der Hüttenchefin! Nach der Einkehr nochmals ein Singletrail hinunter nach Frauenkirch und dann der Landwasser entlang zurück nach Davos Platz. Die Gesichter sprechen Bände: Ein super Wochenende mit tollem Wetter und genialen Trails geht zu Ende! Vielleicht das nächste Mal auch mit Dir?

Hier noch ein paar Eindrücke des Weekends: