Auffahrtsweekend

Mittwoch, 28. Mai 2014

Wie gewohnt fahren wir bereits am Mittwochabend Richtung Wallis, doch in diesem Jahr in zwei Etappen. Chantal, Cédi, Irene, Lukas und Martin mit Anhänger und den Bikes kurz nach Feierabend und Chrigu und Remo erst gegen elf Uhr und sie erreichen Tärbinu erst so gegen halb drei Uhr.

Donnerstag, 29. Mai 2014

Nach dem Morgenessen geht es zuerst mit einer Abfahrt nach Visp los und dort am Bahnhof treffen wir dann auch noch Martina und Roman, welche heute auch mit dabei sind. Dann geht es mit dem Zug nach Sierre, wo wir dann mit der Standseilbahn nach Crans Montana hochfahren. So sparen wir uns einiges an Höhenmetern, welche auch nicht so attraktiv wären. Oben angekommen empfängt uns leichter Regen und deshalb entschliessen wir uns, zuerst einen Kaffee als legales Dopping zu uns zu nehmen und die heutige Tour zu besprechen. Nach einer guten halben Stunde hat sich das Wetter beruhigt und wir starten zur Tour auf die Varneralp. Ab jetzt geht es mehr oder weniger nur noch in eine Richtung: nach oben! Zuerst auf Teerstrassen und je höher wir kommen desto besser wird die Trailsbeschaffenheit, bis zum Schluss nur noch Singletrails zur Verfügung stehen. Unterwegs machen wir noch die Mittagspause und essen unser Mitgebrachtes auf einer Wiese. Leider verdeckt zu diesem Zeitpunkt eine grosse Wolke die Sonne und der Wind bläst uns mit einer kalten Bisse um die Ohren. Zum Glück, denn so können wir unsere Funktionsbekleidung wieder einmal einsetzen. Nach dem Mittagessen geht es, ideal zum Verdauen, nochmals so richtig zur Sache und der Trail wird immer wie steiler und zum Dessert bietet er uns noch ein grosses Schneefeld. Doch kurz darauf erreichen wir den höchsten Punkt der Tour. Jetzt werden die Protektoren übergezogen und schon geht es ab auf die Abfahrt. Obwohl einige von uns schon einen Teil dieser kennen, werden die Smiles im grösser und wir lassen es so richtig fliegen. Und unser Edeltourenguide Chrigu hängt noch ein zwei neue Abschnitte an und so wird die Fahrt ins Tal noch genialer als bereits gewohnt. Nur zu schnell sind wir wieder im Tal, aber ein weiteres Highlight wartet auf uns in Salgesch: die alljährliche Weindegustation im Rahmen der Tage der offenen Weinkeller im Wallis während Auffahrt. So lassen wir die Biketour mit diversen feinen Walliser Weinen ausklingen und besteigen gegen Abend glücklich und voller Eindrücke den Zug nach Visp. Dort trennen wir uns von Martina und Roman, welche wieder nach Hause fahren und wir fahren mit dem Postauto zurück nach Tärbinu. Dort angekommen gehen wir direkt im Hotel Rothorn essen.

Freitag, 30. Mai 2014

Auch der Freitag beginnt so wie der Vortag: nach dem Morgenessen erwartet uns die Abfahrt nach Visp, so beginnt man gerne eine Tour. Danach geht auf der gegenüberliegenden Seite wieder hoch und wir fahren Meter um Meter hoch auf der Lötschberg Südrampe. Die Sonne heizt nicht nur den Südhang sondern auch uns ziemlich stark auf und wir denken mit Wehmut an das Mittagessen von gestern, als wir sämtliche Bekleidungsstücke zur Wärmung übergezogen hatten. Doch dies ist Jammern auf hohem Niveau und deshalb geniessen wir den Aufstieg mit wunderbarem Panoramablick auf die Viertausender der Walliseralpen. Gegen Mittag erreichen wir so Meinimatte oberhalb von Mund und kehren dort im Restaurant Salwald ein. Hier geniessen wir einen feinen Safran-Risotto und stärken uns so für den Rest der Tour. Denn es warten noch weitere gute 400 Höhenmeter, nach den bereits 1’000 vom Vormittag, auf uns. Und jetzt ist auf Grund der Trailbeschaffenheit und der Steilheit nicht mehr alles fahrbar und somit sind auch einige Geh- und Tragepassagen angesagt. Und nach eineinhalb Stunden haben wir das Dach der Tour erreicht, knappe zweitausen Meter über Meer blicken wir ins Baltschiedertal. Ab jetzt geht es, mit einigen Gegenanstiegen, zuerst verhalten und danach arg steil ins Tal hinein. Doch bevor die eigentliche Abfahrt beginnt entdecken wir einen, zwei, drei und zum Schluss 17 Steinböcke zirka hundert Meter oberhalb von uns beim Äsen. Was für ein Anblick! Sie lassen sich durch uns nicht stören und ziehen langsam weiter tiefer ins Tal hinein. Ab jetzt ist bei uns volle Konzentration gefragt, denn die Abfahrt wird immer anspruchsvoller. Leider hängt Chantal mit ihrem Hinterrag an einem Felsen an und stürzt unglücklich vom Bike. Sie klagt sofort über Schmerzen im linken Fuss, kann diesen jedoch kurz darauf wieder belasten. Nach einer kurzen Weile ist sie überzeugt, dass es für sie geht und somit fahren wir weiter mit der Fahrt. Welche immer wieder mit Gegenanstiegen gespickt ist und zum Teil Trage- und Schiebepassagen hat. Von jetzt an geht es jeoch nur noch runter und immer wie steiler. Wie tiefer wir kommen desto enger werden die Spitzkehren und verlangen uns alles ab. Einige sind aber auch mit bestem Willen für uns nicht fahrbar, schön zu sehen wir haben noch Steigerungspotential. Am Talboden angekommen geht es oberhalb des Baldschiederbachs hinaus ins Rhônetal und so zurück nach Visp. Zum Schluss fahren wir wieder mit dem Postauto hoch nach Tärbinu, um nach dem Nachtessen in der Wohnung mit einem feinen Dessert und einer Flasche Heida im Restaurant Heida den Tag gebührend zu beenden.

Samstag, 31. Mai 2014

Am Samstag ist unser Edeltourenguide Chrigu nicht mehr dabei und deshalb leitet Remo die Touren. Leider hat sich der Zustand des Fussgelenks von Chantal in der Nacht nicht verbessert und deshalb fährt sie mit dem Postauto in Spital nach Visp zur Abklärung. Wir haben heute ein bisschen mehr Zeit für das Frühstück und bereit machen, denn Martin unser Mitgied der Bernerfraktion kommt erneut auf eine Tour mit. So fahren wir gegen zehn Uhr auf dem Bischofsweg nach Staldenried, um dort die Luftseilbahn nach Gspon zu besteigen. Mit ihr fahren wir in zwei Gruppen hoch zum Restaurant Mosji und warten mit dem Essen noch auf Chantal, welche nach ihrem Spitalbesuch auch zu uns stösst. Zum Glück ist nicht schwerwiegendes mit dem Fussgelenk, der Arzt geht von einem Bänderanriss aus und Chantal kommt mit einer Schiene am Fuss ebenfalls mit der Gondel hoch. Jetzt sind Älplermagronen mit Apfelmuss angesagt und wir geniessen diese bei Sonnenschein, angenehmen Temperaturen und einem super Blick auf die umliegenden Berge: was will man(n oder Frau) mehr? Nach dem Mittagessen geht es zurück nach Tärbinu. Auf schönen Singletrails fahren wir auf Grund der Schneesituation unterhalb des Höhenwegs zur Bergstation Giw und dort geht es weiter mit dem Singletrailerlebnis zum Hüoterhüsi und von dort hinunter via Ara zu Hotee. Obwohl schon so oft gefahren, immer wieder ein Genuss diese Trails. Hier verabschieden wir uns von Martin, welcher zur Heimfahrt mit dem Zug nach Visp fährt. Der Rest von uns geniesst einen weiteren Trail durch die höchsten Reben von Europa hinunter nach Unterstalden in die St. Jodern Kellerei. Richtig: Tage der offenen Weinkeller im Wallis. Zuerst werden wir mit unserem Outfit noch ein bisschen misstrauisch begutachtet, doch spätestens als Chantal in ziviler Bekleidung zu uns stösst sowie nach den ersten Bestellungen sind alle Fragezeichen verschwunden. Bei feinem Hobelkäse, Trockenwürste und Roggenbrot probieren wir einige Spezialitäten der Kellerei. Der Bestellbogen wird immer wie voller und bald haben wir für über CHF 1’400.00 Wein gekauft. Jetzt muss das Ganze nur noch hoch nach Tärbinu. Wir warten um kurz nach sechs Uhr bei der Haltestelle auf das Postauto. Leider sind alle Bikehaken bereits besetzt und so steigen nur Chantal, Cédi und Remo ohne ihre Bikes ein. Die anderen müssen nochmals zurück zur Degustation, um dort noch die „Resten“ zu essen. Cédi und Remo nehmen das Auto samt Anhänger, um die restlichen BikerInnen, Bikes und nicht zu vergessen den Wein in der Kellerei abzuholen. Als wieder alle in Tärbinu sind, wird auf dem Balkon grilliert und mit Pasta die Speicher für den letzten Tag gefüllt. Danach wird noch gepackt, damit wir am Sonntag möglichst schnell aufbrechen können. So endet der letzte Abend des Weekends im Wallis.

Sonntag, 1. Juni 2014

Am Sonntag starten Cédi und Remo nach einem kurzen Frühstück mit den Autos und dem Anhänger ins Tal, um dort die Fahrzeuge für die Rückfahrt abzustellen und danach wieder mit dem Postauto nach Tärbinu zu fahren. Die anderen haben ein bisschen mehr Zeit für das Frühstück, putzen danach die Wohnung und machen sich bereit für die Abfahrt. Als Cédi und Remo wieder oben sind, geht es zum dritten Mal los mit einer Abfahrt nach Visp ins Tal. Und erneut erwarten uns Martina und Roman am Bahnhof in Visp, um mit uns den Tag zu verbringen. Als nächstes fahren wir der Rôhne entlang nach Raron und besteigen dort die Gondelbahn nach Unterbäch. Auf der Fahrt nach Bürchen fahren wir in eine Motorradausfahrt von geschätzten hundertzwanzig Teilnehmern hinein: was für ein Lärm und Gestank! Doch zum Glück nimmt bald die saubere Bergluft wieder Überhand und wir konzentrieren uns wieder auf die Panoramablicke. So steigen wir Meter für Meter hoch zur Moosalp, wo an diesem Tag die Sommersaison eröffnet wird. Und nach knapp zwei Stunden erreichen wir das Restaurant, wo Chantal bereits auf uns wartet und wir dann auf der Terrasse Platz nehmen. Das Menü ist bald gewählt: Raclette „Ämrich“ mit eingelegten Aprikosen und zum Dessert eine feine Crémeschnitte! Was für ein Abschluss des Auffahrtsweekends! Nein, es kommt noch ein weiteres Dessert dazu: die Abfahrt hinunter nach Visp! Und was für ein Dessert! Kurz nach drei Uhr erreichen wir den Talboden: Glücklich und mit unvergesslichen Eindrücken. Hier verabschieden wir uns von Martina und Roman welche mit dem Zug nach Hause fahren. Sobald die Bikes im Anhänger verladen sind fahren auch wir zurück und lassen das Erlebte nochmals nachwirken.

Wir freuen uns schon jetzt auf die nächsten Touren im Wallis. Vielleicht das nächste Mal auch mit dir! Wir werden sehen.

Hier noch einige Eindrücke der vier Tage: