Surprise Tour Vogesen

Am Samstagmorgen in der Früh treffen sich 12 Blauen Biker zur Fahrt in die Vogesen bei Remo zu Hause. Cédi holt noch Klaus in Basel ab und somit sind wir im gesamten 13 Blauen Biker (ob es wohl mit der Zahl zu tun hatte) welche die Tour in unserem westlichen Nachbarland in Angriff nehmen. Nach dem Zoll treffen wir uns mit Patrick, unserem heutigen Guide von Ride les Vosges und er lotst uns zum Ausgangsort der Tour. Dort angekommen erzählt uns Patrick etwas über Ride les Vosges, das Tourengebiet und natürlich auch über die bevorstehende Tour. Danach genehmigen wir uns im Hotel beim Parkplatz noch einen Kaffee bevor es dann los geht. Wir fahren auf Forstwegen mit einer angenehmen Steigung und bei super Wetter los mit dem Ziel Grand Balon. Da sich die Trails im Wald befinden, kommen die sommerlichen Temperaturen nicht vollends zum Tragen und wir geniessen den Aufstieg, welcher immer wieder schöne Panoramablicke ins umliegende Gebiet freigibt. Zusammen mit den Erklärungen von Patrick bekommen wir so einiges von dem für uns doch eher unbekannten Gebiet mit. Kurz nach der ersten Pause muss die erste Panne repariert werden und damit beginnt die unrühmliche Geschichte dieser Tour, was zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnt. Klaus hat einen Platten durch einen spitzen Gegenstand in der Lauffläche seines Hinterreifens. Dieser kann jedoch mit dem Tubeless Flickset von Remo behoben werden und schon sind wir wieder unterwegs auf dem Weg zum Mittagsrast. Doch anscheinend war dies die Initialzündung für die weiteren Geschehnisse: Kurz vor dem Mittagessen stürzt Thomy beim Freihändigfahren auf dem Forstweg und schürft sich den Ellbogen. Er und wir nehmen es mit Humor und machen uns keine weiteren Gedanken über das was noch kommen wird. Bei der Ferme angekommen freuen wir uns auf das Mittagessen im Schatten, welches uns in die Köstlichkeiten der Region einführt und bereits Lust macht auf das Abendessen. Da noch gute dreihundert Höhenmeter auf uns warten, verzichten wir auf das Dessert und nehmen uns vor, auf dem Grand Balon ein Eis zu essen. Kurs nach der Weiterfahrt kommen wir an einen malerischen Waldsee und legen nochmals eine Pause ein. Einige lassen es sich nicht nehmen und springen in das wohltuende kühle Nass. Nach einer knappen halben Stunde sind wir wieder im Aufstieg zum höchsten Punkt des Tages unterwegs. Die letzten Meter führen über die Teerstrasse zum Pass und so teilen wir uns den Spass mit diversen Motorrädern, Personenwagen und Wohnmobilen. Oben angekommen wird ein genialer Weitblick in die umliegende Landschaft frei und wir geniessen diesen mit dem geplanten Eis. Danach heisst es Protektoren montieren und bereit machen für das Gruppenfoto unter dem Blick diverser Passtouristen. Kurz darauf erklärt uns Patrick was uns so alles erwartet und mit Vorfreude starten wir ins Unternehmen Abfahrt. Und nun nimmt die angesprochene unrühmliche Geschichte ihren Lauf. Noch keine fünf Minuten in der Abfahrt unterwegs stoppen uns zwei Platten. André und Lukas hat es fast gleichzeitig mit den Hinterreifen erwischt – klassische Snakebites. Kann ja mal passieren und nach einer knappen viertel Stunde fahren wir weiter, jedoch nur kurz, denn jetzt gehen in kürzester Zeit Claudius und Yvonne zu Boden. Zum Glück nichts schlimmes und sie fahren ohne grosse Blessuren weiter. Doch auch dieses Mal dauert es nicht lange und die nächste Panne stoppt uns, Remo hat ebenfalls einen spitzen Gegenstand mit dem Hinterrad erwischt und repariert dies wie schon am Vormittag mit dem Repkit. Doch dies wars leider noch nicht, der Reifen hat einen Schleicher und deshalb montiert Remo nach knapp hundert Metern einen Schlauch. So, grundsätzlich würde dies nun reichen, aber es geht noch weiter. Nach einem weiteren Teilstück der Abfahrt hört man bereits wieder die Rufe „Halt, Platten“! André hat das Plattenpech zum zweiten Mal heimgesucht und er kommt zu Fuss aus dem Waldstück. Doch das ist halb so wild im Vergleich zu Mauri, er ist ziemlich wild über den Lenker abgestiegen und fährt mit schmerzverzerrtem Gesicht auf uns zu. Er hat das Gefühl, dass seine Schulter ausgerengt ist. Nach genauer Betrachtung von uns Laien tippen wir auf einen Schlüsselbeinbruch! Patrick und Cédi holen das Auto beim Ausgangsort und wir probieren mit allen vorhandenen Apothekengegenständen den Schulter- und Armbereich von Mauri zu stabilisieren. Nach einer gefühlten Ewigkeit treffen Patrick und Cédi wieder ein und wir verladen die Bikes von Dani, Guido und Mauri auf dem Heckträger für den Rücktransport in die Schweiz. Ihr Ziel: Die Notfallstation der Birshofklinik in Münchenstein. Wie sich später herausstellt, war unsere Prognose richtig und dazu gesellt sich noch ein Rippenbruch und diverse Schürfungen. An dieser Stelle gute Besserung an Mauri! Die restliche Gruppe nimmt die weitere Abfahrt unter die Stollen und richtig, die Pechserie ist noch nicht zu Ende. Claudius geht innert kürzester Zeit noch zweimal zu Boden, aber auch dieses Mal ohne Verletzungen zum Glück. Kurz darauf zeigt uns Patrick einen weiteren Aussichtspunkt, wo wir bereits den Zielort unserer Tour erblicken können. Jetzt geht es auf erneut super Singletrails weiter hinunter kurz vor einer Schlüsselstelle des Teilstücks, liegt eine Tanne quer über den Trail. Deshalb ist absteigen und Bike tragen angesagt. Fast sind alle über das Hinternis geklettert fliegt ein Kraftwort gefolgt von einem Schmerzschrei durch den Wald. Klaus ist auf dem Stamm ausgerutscht und hat sich an einem abgebrochenen Ast die Wade aufgeschlitzt! Und wieder sind unsere erste Hilfe Fähigkeiten gefragt. Mit einem Druckverband ausgerüstet begleiten wir Klaus auf dem schnellsten Weg zum Hotel, in dem wir das Abendessen reserviert haben. Zum zweiten Mal mit einer reduzierten Anzahl Teilnehmer nehmen wir den Rest der Tour in Angriff. Nach einem kurzen Gegenanstieg sind wir wieder in der Vertikalen unterwegs und geniessen die Abfahrt auf den abwechslungsreichen Trails. Viel zu schnell sind wir am Ausgangspunkt der Tour angelangt. Jetzt heisst es die Bikes in den Anhänger verstauen und mit den Autos zum Hotel und Klaus fahren. Dort angekommen entschliessen wir uns, dass Lukas mit Klaus sofort nach Basel zurück fährt, damit dieser sich auch in ärztliche Behandlung begeben kann. Im Nachhinein ein guter Entscheid: Es musste ihm noch ein Stück des Astes aus dem Bein operiert werden und die Wunde mit acht Stichen genäht werden. Auch ihm gute Besserung und hoffentlich bald ein Wiedersehen auf dem Bike! Mittlerweilen nur noch acht Blauen Biker zusammen mit unserem geprüften Guide Patrick lassen sich im Restaurant nochmals so richtig kulinarisch verwöhnen. Abgesehen von den Unfällen und Pannen eine super schöne Tour in einem für uns noch unbekannten Gebiet mit genialen Singletrails. Somit können wir dem Slogan von Rides les Vosges nur zustimmen: Das letzte grosse Singletrail Eldorado. Eines ist sicher – Wir kommen wieder! Ein grosses Dankeschön an Patrick für die tolle Tour, die super Erklärungen zu der Umgebung und den Trails und sein ruhiger Umgang mit den Geschehnissen. Nicht zu vergessen die zur Verfügung gestellten Fotos mit dem Fischaugeneffekt (Eigentum von Ride les Vosges).
Und wir hoffen, dass dies die erste und letzte Tour mit einem solchen Palmares ist ;o).

Hier noch ein paar Eindrücke der Tour: