Herbstweekend

Donnerstag, 8. September 2016

Von den neun Blauen Biker, welche am Herbstweekend teilnehmen, starten grundsätzlich (so war es abgemacht ;o)) sechs Stück am Donnerstagabend mit der Hinreise ins Tessin. Jedoch haben wohl einige Probleme mit der Planung, denn am Vormittag fragt die erste telefonisch bei Remo nach, ob es noch Änderungen gibt für die Anreise am Freitag?!? Nach dem Hinweis, dass wir bereits am Donnerstag anreisen, hat die betroffene Person noch so einiges umzuorganiseren ;o). Doch beim Treffpunkt ist er bestens vorbereitet vor Ort auf dem Perron. Als der Zug einfährt, fehlt jedoch noch eine Person. Wir verladen unsere Bikes und richten uns für die vierstündige Fahrt nach Locarno ein. Nun hat Remo Zeit, um die fehlende Person anzurufen und nachzufragen, ob sie auch bereits im Zug ist. Da dieser innert den nächsten Minuten losfährt. Am anderen Ende des Telefonats wird es zuerst ruhig und danach folgt ein unmissverständliches Erschrecken – die zweite Person die mit dem Freitag als Anreisetag geplant hat ;o). Was für ein Start ins Wochenende! Doch zum Glück fahren mehrere Züge in die Sonnenstube der Schweiz und somit erreicht auch die sechste Person am Freitag in der Nacht Locarno. Jedoch leider ohne den geplanten Zwetschgenkuchen, welche sie für uns am Freitag backen wollte ;o(.

Freitag, 9. September 2016

Am Freitag starten wir nach dem Morgenessen im Hotel Rondinella zum Bahnhof Locarno, wo wir den Zug nach Bellinzona besteigen, um dann in Giubiasco den nach Riviera zu nehmen. Von dort aus geht es Richtung Gondelstadion zur Alpe Foppa, wo wir gerne die fremde Hilfe für den Aufstieg der ersten guten 1’000 Höhenmeter in Anspruch nehmen. Oben angekommen widmen sich die einen der kulturellen Sehenswürdigkeiten (inklusive Selfies) sowie dem super Panoramablick und die anderen den kulinarischen Verführungen. Danach heisst es feste in die Pedalen treten, denn ab jetzt geht es nur noch in eine Richtung – steil nach oben. Zum Glück konnten wir in Riviera noch ein paar hundert Meter in der Ebene einfahren ;o)! Der Puls geht ziemlich schnell nach oben und die Sonne lässt uns richtig schwitzen. Meter für meter kämpfen wir uns den mit losem Gestein und Entwässerungsrinnen gespickten Trail hoch, bis wir die Antennenstadion unterhalb des Monte Tamaro erreicht haben. Hier oben ist der Panoramablick noch einiges besser als vorhin und wir geniessen diesen in vollen Zügen und fahren so auch unseren Puls wieder hinunter. Ab jetzt geht es nur noch wenige Meter zur Capanna Tamaro, wo wir unsere Mittagsrast geplant haben. Von Suppe, über Tessinerplatte und Polenta bis zum Apfelkuchen steht alles auf unserem Menüplan. Und ausser einem, der danach ziemlich Mühe bekundet mit der Verarbeitung des Alp Käses, geniessen wir alle das feine Essen mit einer fantastischen Aussicht und top Wetter. Nach dem Essen machen wir uns auf den Weg Abzweiger für unser Abfahrt zur Alpe di Neggia, wo unser Kameramann Remo einen Schaden am hinteren Reifen einfängt. Die scharfen Felsen lassen grüssen, aber nach einer kurzen Pause mit dem Einsatz eines Schlauchs nehmen wir die Abfahrt in Angriff. Jedoch ist im oberen Teil eher von einer Wanderung als von einer Abfahrt zu reden, denn nebst den grossen Felsabsätzen und mangelndem Sturzraum macht uns auch das feuchte Terrain zu schaffen. Doch wie weiter wir hinunter kommen, desto besser wird der Trail und der Laufanteil entfällt schon bald vollends. Von der Alpe di Neggia an kommt so ziemlich alles an die Reihe, was sich ein Bikerherz auf der Abfahrt wünscht. Wir geniessen die Vernichtung der restlichen 1’200 Höhenmeter samt Blick auf das schimmernde blau des Lago Maggiore. Viel zu schnell erreichen wir Magadino und von dort aus rollen (abgesehen von einem Teilstück, wo sich Remo an einem Elektrobike festgebissen hat) wir dem Ufer entlang Richtung Locarno. In Rivapiana halten wir am Strand an und einige geniessen den Sprung in den See. Die anderen lassen sich auch nicht lumpen und hohlen ein kühles Blondes zur Erfrischung. Mit einem feinen Abendessen in der Nähe der Piazza Grande runden wir den Tag ab. Vor dem Hotel erwarten uns bereits die drei anderen Blauen Biker, welche (offiziell) am Freitagabend angereist sind. Noch einer kleiner Schlummertrunk sowie die Besprechung des Programms für den Samstag und danach geht es ab in die Federn.

Samstag, 10. September 2016

Auch am Samstag heisst es zuerst ausgiebig frühstücken, denn anders als gestern, können wir heute auf keine fremde Hilfe beim Aufstieg zurückgreifen. Genügend gestärkt fahren wir von Locarno aus dem Maggiaufer entlang Richtung Solduno und von dort nach Losone. Somit kann sich heute niemand beklagen, die Einfahrstrecke in der Ebene sei zur kurz gewesen. Ab jetzt heisst es aber wieder klettern – via Arcegno und Gruppaldo fahren wir auf der Hauptstrasse zum Abzweiger für den Aufstieg Richtung Alpe di Naccio. Auch heute lässt die Sonne uns mächtig schwitzen und bis zum Grotto la Ginestra haben wir schon ziemlich viel Flüssigkeit verloren. Deshalb kehren wir gerne ein, um dort auch die etwas vorgezogene Mittagsrast zu machen. Auch heute ist der Menüplan der einzelnen Personen recht unterschiedlich und so einiges an feinem geht über den Tisch. Komisch nur, dass der Biker mit den Alpkäse-Problemen von gestern, sich am heutigen Tag eine Polenta mit Gorgonzola gönnt ;o). Nach einer kurzen Verdauungspause geht es weiter auf dem Aufstieg zum Übergang unterhalb der Alpe di Naccio für die Abfahrt zum idyllischen Dorf Rasa. Dieses ist nur zu Fuss, mit der Gondelbahn oder eben per Bike erreichbar. Oben angekommen werden die Protektoren übergezogen und dann geht es los mit der heutigen Abfahrt. Wie schon gestern lässt auch diese nichts zu wünschen übrig und unsere Fahrtechnik wird immer wieder auf das Äusserste gefordert. Von Rasa aus muss doch ab und zu auch wieder mal abgestiegen werden und so kommen wir mit breiten smiles der Melezza im Centovalli immer wie näher. Unten führt eine Brücke über den Fluss und dann heisst es das Bike Schultern. Nun folgt eine Passage auf der Hauptstrasse, bevor wir in Intragna wieder auf den Wanderweg abzweigen und der Melezza entlang Richtung Maggia biken. Jetzt geht es auf ähnlichem Wege zurück nach Locarno, wo uns Matthias leider verlässt, da sein Vater am Sonntag einen runden Geburtstag feiert. Der Rest der Gruppe fährt erneut nach Rivapiana, um dort wie am Vortag die Tour mit einem Sprung ins kühle Nass des Lago Maggiore zu beenden. Und auch heute darf nach der äusseren die innere Abkühlung nicht fehlen und Hilde lädt uns auf Grund ihres Geburtstags zu Weizenbier und Aperol Spritz ein. Schöner kann eine Biketour nicht beendet werden – ein Dankeschön an Hilde sowie den Lago Maggiore. Das Abendessen heute verlangt noch ein bisschen Einsatz, denn wir haben das Grotto Broggini auf den Plan. So fahren wir kurze Zeit später mit den Bikes wieder nach Losone, um uns dort kulinarisch bestens verwöhnen zu lassen. Was für ein Tag! Doch er ist ja noch nicht zu Ende, denn nach der Rückkehr in Locarno steht erneut ein Schlummertrunk auf dem Programm. Bei diesem teilt uns Dani mit, dass seine Frau und er in diesem Jahr noch Eltern werden. Für den Nachwuchs in unserem Club steht es bestens.

Sonntag, 11. September 2016

Am Sonntag heisst es nach dem Morgenessen die Koffer und Rucksäcke packen, denn nach der Rückkehr der heutigen Tour geht es wieder zurück in den Norden der Schweiz. Heute steht uns zum Anfang an wieder fremde Hilfe für einen Teil des Aufstiegs zur Verfügung. Mit der Standseilbahn fahren wir von Locarno nach Orselina und von dort aus mit der Luftseilbahn hinauf zur Cardada. Dort angekommen geniessen wir, zwar bei leicht bewölktem Himmel, die Aussicht auf das super Panorama. Ab jetzt geht es mit eigener Kraft weiter hoch zum Cimetta und pünktlich zum Start weicht die Bewölkung der Sonne. So müssen wir auch heute beim Aufstieg nicht frieren. Bis zum Aussichtspunkt auf dem Cimetta bleibt doch so mancher Schweisstropfen in der Bekleidung hängen. Oben angekommen wird schnell klar, es war jeden Tropfen wert. Auch hier lässt sich das Tessin nicht lumpen und gibt einen unglaublich schönen Blick auf die umliegende Gegend frei. Nach dem obligaten Fotos inklusive Selfies, werden die Protektoren übergestreift und ab jetzt geht es wieder runter. Am Anfang bis zur Alpe Cardada, denn dort ist es bereits wieder Zeit etwas zu essen. Nein, heute isst der besagte Biker keine Käse mehr ;o). Aber die anderen zeigen sich von dem verführerischem Angebot (mit und ohne Käse) nicht abgeneigt und geniessen den Mittag oberhalb des Lago Maggiore. Danach geht es auf den Rest der Abfahrt, welche nochmals so einiges an Abwechslung für uns zu bieten hat. Leider schlägt auch heute die Pannenhexe zu und erneut beim Kameramann – zwei Platten gleichzeitig. Ein Novum in seiner Bikekarriere, doch mit Hilfe der Bikekollegen in der Form von zwei Schläuchen sind wir schon bald wieder unterwegs. Leider war es das noch nicht, denn kurz nach Brione rattert sein Antrieb verdächtig. Wahrscheinlich hat sein Schaltwerk Bekanntschaft mit einem der zahlreichen Felsen gemacht. Das Ausfallende ist bis zur Mitte durchgebrochen. So sind wir gezwungen, den Rest der Abfahrt nach Locarno auf der Hauptstrasse zu bewältigen. Doch wie alles im Leben kann man so etwas auf zwei Seiten aus sehen. Die so gewonnene Zeit nutzen wir für einen erneuten Sprung ins kühle Nass des Lago Maggiore. Jetzt heisst es noch etwas für die Heimreise in Sachen Essen und Trinken einzukaufen, um danach den Zug nach Basel zu besteigen. So geht ein unvergessliches Wochenende mit den Bikes im Tessin zu Ende. Und wir sind sicher, wir werden wieder kommen. Vielleicht das nächste Mal auch mit dir.

Hier noch ein paar Eindrücke des Weekends: